Die Faszination des Riesenhais
Der Riesenhai lebt als 2. größter Fisch der Welt seit Millionen von Jahren in unseren Weltmeeren. Im Altertum als Meeresungeheuer bezeichnet, ist er für den Menschen ungefährlich, dennoch gehört diese gewaltige Faszination der Natur zu den gefährdeten Arten.
Der Riesenhai auch lateinisch Cetorhinus Maximus genannt, gilt durch seinen 12 Metern langen Körper und einem durchschnittlichen Gewicht von 4t als 2. größter Fisch der Welt. Als Plattenkiemer gehört der Cetorhinus Maximus zu der biologischen Rangfolge der Makrelenartigen. Während nach Schätzungen, Haie bereits seit 400 Millionen Jahren auf der Erde existieren, werden die ältesten fossilen Funde, die dem Cetorhinus Maximus zugeordnet werden, auf die geologische Zeitordnung des mittleren Eozäns vor ungefähr 40 Millionen Jahren geschätzt.
Merkmale der Riesenhaie
Der Riesenhai besitzt eine dunkelgraue bis schwarze Rückenfärbung, wobei diese mit hellen und dunklen Flecken auch auf den Seiten und dem Unterkopf durchzogen sind. Mit sehr breiten Brustflossen besitzt der Cetorhinus Maximus zwei Rückflossen, mehrere Flossen am Bauch und eine sichelförmige Schwanzflosse. Die Schnauze ragt spitz und lang gezogen über den unteren Teil des Mauls hinaus. Neben den kleinen Augen sind das Hauptmerkmal des Riesenhais die großen fünfpaarigen Kiemenspalten, die sich kragenförmig um den Körper ziehen.
Leben und Ernährung der Riesenhaie
Riesenhaie leben meist in Küstennähe der kühlen bis gemäßigten Gewässer des Atlantiks, Pazifik und des westlichen Mittelmeeres. Riesenhaie leben ausschließlich von Plankton, also kleinen tierischen Organismen wie Kleinkrebse, Schnecken oder Fischlarven. Für die Suche nach Nahrung legen sie Strecken bis zu 9000 km über die Weltmeere sowie den Äquator zurück und tauchen bis zu einer Tiefe von 700 Metern. Zur Nahrungsaufnahme schwimmen Riesenhaie mit durchgehend geöffnetem Maul, sodass bis zu 2000 Tonnen Wasser pro Stunde durch die Kiemen fließen, wodurch die darin enthaltene Nahrung gefiltert wird. Bei der Nahrungsaufnahme schwimmen Riesenhaie mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 4km/h. Das durchschnittliche Alter der Riesenhaie liegt bei 50 Jahren. Ab einem Alter von 10 Jahren werden Riesenhaie geschlechtsreif. Die Riesenhaie gebären nach einem Jahr Tragezeit ihre Jungtiere lebend, d.h., sie schlüpfen bereits aus den bebrüteten Eiern im Mutterleib. Die Weibchen bekommen im Abstand von 1-4 Jahren maximal sechs Junge. Nach der Geburt überlässt das Muttertier ihre Jungen sich selbst. Der Cetorhinus Maximus reagiert auf Menschen keineswegs angriffslustig oder herausfordernd. Nähert der Mensch sich ihm aber unvorsichtig, können Riesenhaie allein durch ihre Größe, ihr Gewicht und ihre kleinen mehrreihigen spitzen Zähne jemanden verletzen. Die Riesenhaie werden weltweit, vor allem aber in Asien aufgrund ihres Fleisches, ihren Flossen, Öls und ihrer vitaminreichen Leber gejagt. Besonders durch ihre geringe und langsame Fortpflanzung sind die Riesenhaie durch Jagd und Umweltverschmutzung der Meere von der Ausrottung bedroht. Der Cetorhinus Maximus ist mittlerweile Bestandteil der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion IUCN.
Pic.: Steve Marquez – Fotolia.com
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